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Angeln mit Frauke

Nur eine Stunde dauerte die Aussprache zwischen AfD-Chefin Frauke Petry und dem Sprecher des Zentralrates der Muslime in Deutschlands, Aiman Mazyk, bevor es zum Eklat kam und Petry das Gespräch beendete.

„Koran und Scharia ist nicht vom Islam zu trennen und der Islam ist im siebten Jahrhundert steckengeblieben.“ gab Frauke Petry als Begründung hierfür an. Bravo, das ist ja mal eine Ansage! „Aber schlecht, ganz schlecht!“ sage ich, wieso nur der Islam? Wie ist es dann mit den anderen Religionen, die gerade durch den in Europa importierten Islam – in einem Ausmaß wie es sich selbst die 68er nie hätten vorstellen können – stärker und präsenter geworden sind. In den letzten Jahrzehnten wurde in Deutschland und vor allem in seinem Osten der katholische und evangelische Glauben auf ein Maß reduziert, das für Atheisten und Normalbürger gerade noch erträglich ist: Kräuterpfarrer, Besinnungswochenenden in Klöstern für gestresste Manager, soziales Engagement im eigenen Lande und auch international und auch die Denkmalpflege. Und plötzlich bricht in dieses Land ein Religionstsunami ein, der kaum auszuhalten ist.

Petri Heil, Frau Petry! Doch ihr öffentliches Bekenntnis ist für die Fisch‘ (oder die Katz‘) wenn sie sich nicht durchringt zu einem generellen Bekenntnis der Einschränkungen aller Religionen. Wenn sie sich auf eine Religion konzen-triert, kann ihr das als Diskriminierung, als Rassismus ausgelegt werden, und das wird sie doch nicht wollen. Oder? Als ehemalige DDR-Bürgerin, wie die allermeisten wohl religionslos erzogen, sollte ihr das Auftreten gegen alle Religionen nicht schwerfallen.

Immer wenn ich einen dicken Hals bekomme, weil ich an der zunehmenden Bedeutung der Religionen in Europa zu ersticken drohe, denke ich an meine Mutter. Im katholischen Glauben erzogen und aufgewachsen, hat sie diesen in den Schrecken des Zweiten Weltkriegs, spätestens auf der Flucht aus ihrer Heimat, verloren.

Deutschlands Telefonbücher offenbaren die Geschichte kleinerer Völkerwan-derungen unserer Zeit: Müller, Fischer, Aydin, Dogan, Pawlowski, Martinez, Mikolajczyk, Diaz. Deutsche, Türken, Polen, Griechen, Italiener, Spanier, Kroaten, Serben leben in den Großstädten, besonders viele am westlichen Rand des Ruhrgebiets, einem der größten ethnischen „Melting Pots“ in Europa. Von fast 500.000 Einwohnern von Duisburg haben über 35 Prozent ausländische Wurzeln. Was ist daran verkehrt?

Weltweit sind fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht, die höchste Zahl, die das Flüchtlingshilfswerk der UN jemals verzeichnete. Die weitaus meisten verharren noch in ihren Ländern, in Lagern in der Wüste oder am Rand ruinierter Städte, von den UN und anderen notdürftig versorgt. Dennoch brechen so viele wie nie nach Europa auf und tun dies allen Lebensgefahren zum Trotz mit todesverachtender Energie. In unserer globalisierten Welt sind die Flüchtlingsströme, die Europa aus dem nahen und mittleren Osten, aus Vorderasien und aus Nordafrika erreichen, ganz zu schweigen von den Armutsflüchtlingen vom Balkan, die neue Völkerwanderung. Neben Krieg, Unterdrückung, Klimawandel und Ausbeutung gehören insbesondere auch religiöse Konflikte zu den Fluchtursachen.

Wer sich dazu aufspielt, Flüchtlinge, Andersdenkende und Andersglaubende gering zu schätzen und zu diskreminieren, sollte sich fragen, welches Erbgut in seinen eigenen Genen schlummert. Immerhin haben Völkerwanderungen in früheren Zeiten mehrmals den europäischen Kontinent heimgesucht. Erst waren es die Hunnen, ein eurasischer Nomadenstamm aus der Mongolei, der die wohl größte Völkerwanderung auslöste, später der 30-jährige Krieg, im Grunde ein Religionskrieg, der die Menschen in die Flucht trieb, und in der jüngeren Vergangenheit die Völkermorde an Armeniern und Juden, von denen die, die es überlebten, auf der ganze Welt verstreut leben und die großen Ströme der Geflüchteten und Vertriebenen als Folge des Zweiten Weltkriegs.

Religion, vor allem wenn sie zum Geschäft missbraucht wird, zum politischen, zum wirtschaftlichen, zum territorialen, zum ideologischen, wenn sie zur Unterdrückung Anderer eingesetzt wird, wenn damit nach Wählerstimmen gefischt wird – gehört bekämpft – mit allen Mitteln!

Marie-Luise Schulz

1 Kommentar zu Angeln mit Frauke

  1. Die Deutschen,und nicht nur sie, fühlen sich in ihrem „Lebensraum“, der heutzutage „Wertegemeinschaft“ heißt, von außen bedrängt. Aber sind es eben nicht sie, die jahrhundertelang andere Völker,Rassen, Regionen kolonialisiert, dezimiert, traktiert und geschändet haben, um ihre selbst bestimmten Bedürfnisse unter Anwendung mörderischer Gewalt zu befriedigen? Dabei bediente man sich zur Begründung der verabscheuungswürdigen Taten nicht selten der Religion, obwohl es in Realität um einen Raubzug schlimmsten Grades handelte.Der Gekreuzigte, eine Bluttat, musste herhalten, um neue Bluttaten anzurichten. Der Zweck heiligte die Mittel. Oh, wie alt ist diese Methode. Wer ihr heute noch folgt ist unverbesserlich!

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