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Fremdenfeindlicher Zeitgeist – 16 Jahre nach der Hetzjagd

Die gegenwärtige fremdenfeindliche Stimmung wird verstärkt von Neonazistrukturen genutzt um mit Aufmärschen und Kundgebungen gegen Geflüchtete zu hetzen – so soll es am 7.3.2015 auch in Guben eine Kundgebung von der NPD-nahen Initiative „Nein zum Heim“ geben. Da diese gegenüber einer Unterkunft für Geflüchtete in der Deulowitzer Straße stattfinden soll, plant das Netzwerk Flucht und Migration in Guben um 14 Uhr eine Menschenkette zum Schutz der dort lebenden Menschen.

In diesem Jahr jährte sich die „Hetzjagd von Guben“ zum 16. Mal. In der Nacht vom 12. zum 13. Februar 1999 kam Farid Guendoul ums Leben, weil er sich vor einer Gruppe Neonazis mit dem Sprung durch eine Glastür retten wollte. Dabei verletzte er sich so schwer, dass er kurze Zeit später starb. Alexander Bode, der damals an der „Hetzjagd“ gegen Farid Guendoul beteiligt war und dafür eine zweijährige Haftstrafe absaß, ist heute noch immer in Guben für die NPD aktiv. Das Gedenken verebbte mit den Jahren, die Tat wurde verharmlost und verdrängt und Neonazis hatten weiter freie Hand in Guben.

DIE AKTUELLE SITUATION IN GUBEN

Momentan leben 75 Geflüchtete in Guben; einige von ihnen in einem ehemaligen Jugendheim in der Deulowitzer Straße. Die dort wohnenden Menschen leiden sehr unter ihrer Lebenssituation und sehen sich permanent rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Schmierereien an der Hauswand und Pöbelein am Supermarkt sind einige Beispiele dafür. Die Initiative „Nein zum Heim“ heizt die Stimmung in den sozialen Medien stetig an. Auf Facebook hat diese Initiative mit etwa 3370 „Gefällt mir“-Angaben großen Zulauf. Nun wollen Neonazis eine öffentlichkeitswirksame Bedrohungssituation aufbauen und Bürger*innen für ihre Belange gewinnen.

MENSCHEN AUF DER FLUCHT SCHÜTZEN!

Wir, die Initiative Flucht und Migration Cottbus (FluMiCo), rufen dazu auf, die Aktivitäten gegen die Neonazikundgebung zu unterstützen und am 7.3.15 um 14 Uhr zur Menschenkette nach Guben zu kommen. Es gilt die dort lebenden Geflüchteten zu schützen und sich mit ihnen auch langfristig zu solidarisieren.

Quelle: FluMiCo

1 Kommentar zu Fremdenfeindlicher Zeitgeist – 16 Jahre nach der Hetzjagd

  1. Solange es Kriege gibt, wird es Kriegsflüchtlinge geben und solange es Not und Elend gibt, werden sich Menschen auf den Weg in ein besseres Leben machen, auch auf die Gefahr hin, ihr Ziel nicht lebend zu erreichen. Dies gab es schon in der Geschichte; die Völkerwanderung ist mehrfach über das europäische Territorium hinweggegangen. Allen, die sich auf den Weg in die rechte Ecke begeben, indem sie den Dumpfbacken mit ihren deutschtümelnden Sprüchen Vorschub leisten, empfehle ich darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht auch in ihren Genen bereits „fremdes, nichtdeutsches Blut“ ist! Solange die sozialen Probleme dieser Welt nicht gelöst sind, wird sich der reiche Teil dieser Erde auf weitere Flüchtlingsströme einstellen müssen! Was wir tun müssen ist, uns immer und überall den Faschisten in den Weg zu stellen. Was die Bundesregierung momentan zur Eindämmung der Flüchtlingsströme tut, leistet den Neonazis und den Gruppierungen am rechten Rand der Gesellschaft weiter Vorschub und treibt ihnen weiteres Klientel in die braunen Arme.

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