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»Zukunft Heimat« verharmlost Gewalt gegen Frauen

Zukunft Heimat verharmlost Gewalt gegen Frauen Gewalt gegen Frauen ist auch ein deutsches Problem (Foto: Pixabay | CC0)

Der rechtspopulistische Verein »Zukunft Heimat« hat heute zu einer Kundgebung vor der Stadthalle geladen. Thema: »Gewalt gegen Frauen«. »Zukunft Heimat« will der massenweise stattgefundenen sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht vor zwei Jahren in Köln gedenken. Gleichzeitig verharmlost »Zukunft Heimat« das Problem.

Vor zwei Jahren kam es in der Silvesternacht in Köln zu sexuellen Übergriffen vornehmlich durch Gruppen junger Männern aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum. Ergebnis: Mehr als 1.200 Strafanzeigen und über 500 wegen »sexuell motivierter Taten«. »Zukunft Heimat« sieht nun das Problem in offenen Grenzen. Abschottung ist ihr Rezept gegen Sexualstraftaten bzw. gegen Straftaten gegen Frauen im Allgemeinen.

Nun wollen wir nicht verleugnen, dass viele Flüchtlinge aus Kulturkreisen kommen, in denen Frauen dem Mann nicht gleichgestellt sind. Sexuelle Übergriffe sind in jenen Ländern durchaus an der Tagesordnung. Ein Bericht des Spiegels über Ägypten legt beispielsweise nahe, dass 99 Prozent aller Ägypterinnen schon einmal Opfer von sexueller Belästigung wurden – teilweise bereits im Kindesalter.

Gewalt gegen Frauen aber auf Männer aus Nordafrika oder dem arabischen Raum zu reduzieren, wie es »Zukunft Heimat« tut, verleugnet einen großen Teil des Problems. Denn in Deutschland geht immer noch die meiste Gewalt gegen Frauen von deutschen Männern aus.

Gewalt gegen Frauen auch in Deutschland an der Tagesordnung

Laut einem Bericht des Bundeskriminalamtes über die »Partnerschaftsgewalt« im Jahr 2016 waren von den rund 133.000 Opfern rund 80 Prozent Frauen. Und 51 Prozent haben mit dem Tatverdächtigen in einem Haushalt gelebt. Die Polizeiliche Kriminalstatistik listet folgende versuchte oder vollendete Delikte gegen Frauen auf:

  • Vorsätzliche, einfache Körperverletzung: über 69.700
  • Bedrohung: über 16.700
  • Gefährliche Körperverletzung: rund 11.900
  • Stalking: über 7.600
  • Mord und Totschlag: 357

Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften seien die Opfer zu fast 100 Prozent weiblich, bei Stalking und Bedrohung in der Partnerschaft sind es fast 90 Prozent. Bei vorsätzlicher einfacher Körperverletzung sowie bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen seien 81 Prozent der Opfer Frauen. Und seit 2012 lasse sich ein kontinuierlicher Anstieg der Opferzahlen feststellen.

Kriminalstatistik belegt: Die meisten Täter sind Deutsche

Die Täter waren keineswegs nur Flüchtlinge oder Ausländer. Die Mehrzahl der Tatverdächtigen stammt aus Deutschland. Von insgesamt 113.0801 in den Kategorien Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung und Stalking erfassten Tatverdächtigen seien 77.241 (68,3%) deutsche Staatsangehörige gewesen. Davon 78,6 Prozent Männer und 21,4 Prozent Frauen.

Nach Deutschen wurden als Tatverdächtige am häufigsten türkische Staatsangehörige (6.850 Personen; 6,1% an allen TV) erfasst, gefolgt von polnischen (2.937 Personen; 2,6% an allen TV), syrischen (1.879; 1,7% an allen TV) und italienischen (1.644 Personen; 1,5% an allen TV) Staatsangehörigen.

Für die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ist die Argumentation von »Zukunft Heimat« billige Stimmungsmache. Wer Gewalt gegen Frauen ernsthaft bekämpfen will, darf die Augen nicht verschließen, wenn Deutsche sie ausüben. Es sind ernsthafte Maßnahmen gefragt. Der Ruf nach geschlossenen Grenzen hilft dabei kein Stück weiter.

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