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„Trojanisches Pferd“ in Cottbus und Gegenprotest

Demo gegen das Trojanische Pferd in Cottbus

Das Kampagnennetzwerk „Zukunft Heimat“ hatte heute seine Anhänger zum „Tag der Deutschen Einheit“ nach Cottbus geladen. Einige Hundert Demotouristen sind gekommen. Die DKP hat sich gemeinsam mit dem Bündnis „Cottbus nazifrei“ den Rechten lautstark entgegengestellt und verdeutlicht: Wir lehnen ihre Hetze ab.

Das trojanische Pferd

Versammelt hatten sich die Anhänger von „Zukunft Heimat“ um eine Pferdefigur, die das Trojanische Pferd darstellen sollte. Die Figur stammt von dem Verein „Pro Mitsprache“, mit dem dieser auf Entwicklungen im Land aufmerksam machen will, die nicht unwidersprochen bleiben sollten. „Pro Mitsprache“ meint, unsere Tradition und unsere Kultur würden zerstört und die Regierung handle am Volkswillen vorbei. Angeblich wie in Troja.


Für „Zukunft Heimat“ ist es mehr und anders. Auf Facebook schreiben sie:


„Das Trojanische Pferd, vor dem wir uns heute in Cottbus versammelten, ist eine Mahnung. Troja fiel nicht in einem Ansturm seiner Gegner. Es fiel, weil seine Einwohner lieber einer schmeichelnden und bequemen Lüge glaubten als der schlichten aber unbequemen Wahrheit. Das Trojanische Pferd mahnt uns Selbstbewusstsein, Urteilsfähigkeit und Mut zu Wahrheit zu bewahren oder wiederzuerlangen.“

Facebook-Seite von „Zukunft Heimat“


Uns scheint, die Rechten sind sich nicht ganz einig in der Interpretation der Geschichte aus der Ilias. Bei den einen ist das Trojanische Pferd ein Symbol dafür, dass am Volk vorbeiregiert wird. Die anderen geben dem Volk selbst eine Mitschuld. Für welche Version soll sich der Bürger entscheiden? Oder sind gar beide Quatsch?


Man muss schon viel Phantasie mitbringen, um die Geschichte des Trojanischen Pferdes auf die heutigen Flüchtlingsströme anzuwenden. Es stellen sich gleich mehrere Fragen, welche bei der Aktion der Demotouristen ungeklärt bleiben.

  • Wer hat Deutschland oder Europa hinterlistig ein Geschenk gemacht? Und worin hat dieses Geschenk eigentlich bestanden?
  • Wenn es kein verschlossenes Tor gibt, wozu braucht man dann eine List, um hineinzukommen?
  • Gibt es einen ausgeklügelten Plan der Muslime, unsere Tradition und unsere Kultur zu zerstören?
    Es ist schon bedenklich, wenn „Zukunft Heimat“ von Mut zur Wahrheit schreibt, sich aber abstruser Hilfskonstruktionen bedient, um die eigene Ausländerfeindlichkeit zu verschleiern. Die tatsächlichen Ursachen der Massenmigration verschweigen „Zukunft Heimat“ und deren Demotouristen.

Mut zur Wahrheit und Mut zur Kritik

Wir hatten jüngst geschrieben:


„Flucht und Migration sind kein Naturgesetz, sondern aktuell vor allem das Ergebnis einer Politik der imperialistischen Staaten, um andere Länder durch Sanktionen, Freihandelsabkommen und Kriege zu unterwerfen.“

DKP Parteivorsitzender Patrik Köbele


In unseren Augen gibt es viel an der Merkel-Regierung zu kritisieren, z.B. ihre neokolonialistische Politik, die sie ebenfalls zu einem Fluchtverursacher macht.


Und wir benennen deutlich:


Ziel und Zweck ihrer Regierungspolitik ist es, den 2015 zwischenzeitlich stark anwachsenden Zuzug von Geflüchteten, aber auch Migranten aus der EU, zu nutzen,… 

… um dem deutschen Kapital billige Arbeitskräfte zur optimalen Ausbeutung zur Verfügung zu stellen.
… um dem deutschen Kapital billige Arbeitskräfte zur optimalen Ausbeutung zur Verfügung zu stellen.
… um Länder wie Syrien, die sich den Interessen der NATO-Staaten nicht unterwerfen, neben Krieg und Sanktionen durch die Abwerbung von Fachkräften zu schwächen.

DKP Vorsitzender Patrik Köbele

Diese Fakten zu benennen, ist mutiger als sich um ein „Trojanisches Pferd“ zu versammeln. Diesen Mut werden AfD, „Zukunft Heimat“, Pegida und die vielen anderen rechten Gruppen und Organisationen aber nicht aufbringen.

Bildquellen

  • #Ausgehetzt: bernde

1 Kommentar zu „Trojanisches Pferd“ in Cottbus und Gegenprotest

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