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Vielfalt statt Einheitsbrei. Parteifahnen zeigen lassen!

Parteifahnen sollten gezeigt werden dürfen

In der Vielfalt der Akteure zeigt sich die Stärke von Bündnissen

Bündnisveranstaltungen sind nicht frei von Konflikten. Gerade in linken Kreisen haben es Parteien nicht einfach. Auch wir erleben es immer wieder, dass wir uns nicht zu erkennen geben sollen; dass wir unsere Fahnen nicht bei Bündnisaktionen zeigen sollen.

Erst kürzlich kam es wieder zu einer Beschwerde. Bei einer Aktion, an der rund 200 Menschen beteiligt waren, wurden drei (!) DKP-Fahnen geschwenkt. Einigen war das noch zu viel. Angeblich hätten wir mit unseren Fahnen die Veranstaltung dominiert. Bei den zahlreichen anderen Fahnen war das wohl kaum möglich. Dennoch heißt es wieder: Parteifahnen seien nicht erwünscht.

Vereinnahmen kann jede Gruppierung

Begründet wird das nicht überzeugend, wenn überhaupt begründet wird. Das Hauptargument lautet: Die Veranstaltung könnte von Parteien vereinnahmt werden.

Das Argument überzeugt deshalb nicht, weil jede Organisation, ob Partei oder nicht, eine Aktion auf Kosten anderer für sich vereinnahmen kann. Stünden plötzlich 100 attac-Mitglieder mit attac-Fahnen bei einer Demo, würden sie diese – zumindest optisch – für sich vereinnahmen. Das Gleiche wäre der Fall, würden 100 Mitglieder eines Umweltverbandes mit Fahnen teilnehmen.

Nicht nur mit Fahnen kann man eine Aktion für sich vereinnahmen, auch mit der Aktionsform. Stünden 100 schwarz Gekleidete und Vermummte dabei und würden sie geschlossen die typischen Antifa-Slogans von sich geben, würde das auf Außenstehende auch den Eindruck machen, als wäre dies eine Veranstaltung des „schwarzen Blocks“.

Weshalb nun ausgerechnet Parteien als Problem angesehen werden, bleibt im Dunkeln.

Vielfalt zeigen, heißt Stärke zeigen

Die Forderung, Parteifahnen nicht zu zeigen, ist irrational. Sie spiegelt einen Bewusstseinsstand wider, bei dem alles nach Möglichkeit zu einem Einheitsbrei verkommen soll, anstatt Vielfalt auszustrahlen.

Bündnisse haben es an sich, dass an ihnen verschiedenste Akteure teilnehmen, Einzelpersonen, Vereine, Verbände, …, Parteien. Und diese verschiedenen Akteure haben in der Regel unterschiedliche Programme und Zielsetzungen. Sie kommen aber auf Zeit oder dauerhaft zusammen, weil sie in mindestens einem Punkt übereinstimmen.

Ein Bündnis zeigt nicht dadurch Stärke, dass es so tut, als wären alle in allem einer Meinung. Erst wenn sie zeigen, dass sie eine breite Palette gesellschaftlicher Akteure – mit durchaus konträren Ansichten – abdecken, zeigen sie ihre gesellschaftliche Bedeutung, ihre Verankerung in der Gesellschaft. Und das geht nur, wenn zu erkennen ist, wer oder welche Gruppierungen oder Organisationen oder Parteien an einer Aktion teilnehmen.

B.M.

 

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